Im Blickpunkt a-t 1995; Nr.5: 49

Kalziumantagonist Nimodipin (NIMOTOP) verstärkt operative Blutungen: In Großbritannien wurde jetzt eine Doppelblindstudie mit Nimodipin (NIMOTOP) an chirurgischen Patienten vorzeitig abgebrochen. Die Untersuchung sollte prüfen, ob der Kalziumantagonist vom Nifedipin (ADALAT u.a.)-Typ perioperativ angewendet vor zentralnervösen Störungen durch arterielle Mikroemboli (s. auch a-t 5 [1991], 47) während eines Herzklappenersatzes schützen kann. Die Zwischenanalyse nach Einschluß von 149 Patienten deckt eine Übersterblichkeit in der Verumgruppe auf (8/75 vs. 1/74). Sechs Studienteilnehmer (fünf unter Nimodipin, einer unter Scheinmedikament) starben an den Folgen massiver Blutungen. Bei den übrigen drei Patienten können Blutungen ebenfalls zum Tod beigetragen haben. Starke Blutverluste waren insgesamt in der Nimodipingruppe deutlich häufiger (10 vs. 2). Die erhöhte Blutungsneigung könnte auf der gefäßerweiternden Wirkung und auf Thrombozyten-hemmenden Effekten des Kalziumantagonisten beruhen. Auffällig häufige Hirnblutungen thrombolytisch behandelter Herzinfarktpatienten werden ebenfalls mit gleichzeitiger Einnahme eines Kalziumantagonisten in Verbindung gebracht (WAGENKNECHT, L. E. et al.: Brit. Med. J. 310 [1995], 776).


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