Wie das arznei-telegramm® entstanden ist
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Das arznei-telegramm® ist 1969/1970 aus Flugblättern einer Gruppe junger Ärzte und Studenten entstanden. Die Zeit war reif für Informationen, die nicht die Sichtweise der Pharmaindustrie widerspiegelten. Arzneimittelskandale wie CONTERGAN (mehr als 10.000 Kinder mit Fehlbildungen weltweit nach Einnahme des Schlafmittels Thalidomid in der Frühschwangerschaft) und dem Abnehmmittel MENOCIL (allein in Deutschland 850 Personen nach Einnahme von Aminorex an lebensbedrohlicher pulmonaler Hypertonie erkrankt) hatten erhebliche Zweifel am verantwortungsbewussten Handeln der pharmazeutischen Industrie geweckt. Es war offensichtlich, dass für Firmen Umsatz und Gewinn wichtiger waren als das Wohl der Patienten. Das arznei-telegramm® mit Informationen jenseits der von der Pharmaindustrie gewünschten war somit die logische Folge.

LEVODOPA/CARBIDOPA (NACOM U.A.): VITAMIN-B6-MANGEL MIT KRAMPFANFÄLLEN

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat für alle PARKINSON-Mittel mit Levodopa plus Carbidopa (NACOM u.a.) in den Produktinformationen einen Warnhinweis zu Vitamin-B6 (Pyridoxin)-Mangel und damit assoziierten epileptischen Anfällen veranlasst.1,2 Bei einer Sicherheitsüberprüfung hat die Behörde 14 Berichte über Krampfanfälle in Verbindung mit Vitamin-B6-Mangel unter diesen Kombinationen identifiziert, jeweils mit Levodopa-Dosierungen ...

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Nutzen und Schaden des Screenings auf Lungenkrebs

Im Juni 2025 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Einführung einer jährlichen Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie bei Zigarettenrauchern als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen.1 Teilnahmeberechtigt sind aktive oder seit maximal zehn Jahren abstinente ehemalige Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang Zigaretten mit einer Rauchhistorie von mindestens 15 Packungsjahren* konsu...

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Colchicin (▼COLXI) zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt

Im Juli 2025 haben wir anlässlich einer Leseranfrage den Nutzen des Mitosehemmstoffs Colchicin zur Sekundärprophylaxe bei koronarer Herzkrankheit (KHK) und nach zerebrovaskulären ischämischen Ereignissen bewertet. Angesichts inkonsistenter Studienergebnisse, der engen therapeutischen Breite und häufigen gastrointestinalen Störwirkungen sahen wir keine Indikation für die Off-label-Anwendung von Colchicin in diesen Therapiegebieten außerhalb klinische...

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▼Resmetirom (REZDIFFRA) gegen metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH)

Ausführliche Bewertung gleichzeitig als e a-t 3/2026 veröffentlicht.

Die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH, früher nichtalkoholische Steatohepatitis [NASH]) hat in Deutschland eine Prävalenz von 4%. Sie ist die progrediente Form der metabolischen Dysfunktion-assoziierten Fettlebererkrankung (MASLD, früher nichtalkoholische Fettlebererkrankung [NASDL]), der weltweit häufigsten chronischen Lebererkrankung mit einer Präv...

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Medikamente, die man meiden sollte

Unsere französische Schwesterzeitschrift La Revue Prescrire gibt regelmäßig einen Überblick über Arzneimittel, die aufgrund negativer Nutzen-Schaden-Bilanz gemieden werden sollten, derzeit 108 „Drugs to avoid“.1 Zuletzt hinzugekommen sind vier Arzneimittel, darunter das Antidot für einige Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAK) Andexanet alfa (ONDEXXYA), dessen Marktrücknahme wir für überfällig erachte...

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Deutsches Gesundheitswesen im EU-Vergleich – Kosten Spitze, Prävention Schlusslicht
Frei

Mit dem Public Health Index vergleichen AOK und Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) erstmals, wie gut wissenschaftlich empfohlene Präventionsmaßnahmen in Deutschland und 17 weiteren Ländern Nord- und Zentraleuropas umgesetzt werden.1 Von diesen Ländern gibt Deutschland pro Kopf am meisten Geld für die Gesundheitsversorgung aus, gehört jedoch bezogen auf die Umsetzung von Präventionsstrategien in den Bereichen Rauchen, Alkoholkonsum, Ernäh...

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Paradoxer LDL-Anstieg unter Inclisiran (LEQVIO)

Die halbjährlich subkutan zu injizierende interferierende Ribonukleinsäure (siRNA) Inclisiran (LEQVIO) führt über Spaltung der Messenger-RNA zur verminderten Synthese des Enzyms PCSK9 und so zu reduziertem Abbau von LDL-Cholesterin-Rezeptoren sowie vermehrter Aufnahme von LDL in Leberzellen (a-t 2021; 52: 13-4). Zugelassen ist Inclisiran zur LDL-Senkung in Kombination mit Statinen in maximal tolerierter Dosis (bei Statinintoleranz auch allein), mit oder ohne weitere Lip...

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▼Chikungunya-Lebendimpfstoff IXCHIQ: Nutzen-Schaden-Bilanz positiv?

Seit März 2025 ist hierzulande der attenuierte Chikungunya-Lebendimpfstoff IXCHIQ für Personen ab 12 Jahren verfügbar. Er soll vor Erkrankungen durch das Chikungunya-Virus schützen, nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) unter anderem bei Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen.1* Der Erreger wird hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen von Tigermücken (Aedes albopictus und A. aegypti) übertragen. D...

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▼Resmetirom (REZDIFFRA) gegen metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH) (Langversion)

Die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH, früher nichtalkoholische Steatohepatitis [NASH]), hat in Deutschland eine Prävalenz von 4%. Sie ist die progrediente Form der metabolischen Dysfunktion-assoziierten Fettlebererkrankung (MASLD, früher nichtalkoholische Fettlebererkrankung [NASLD]), der weltweit häufigsten chronischen Lebererkrankung mit einer geschätzten Prävalenz von 25% bis 27% in Europa.1-3 MASLD und MASH sind stark...

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Zurückgerufene Studien: eine unterschätzte Fehlerquelle

Systematische Übersichten und klinische Leitlinien basieren wesentlich auf klinischen Studien. Das Vertrauen in dieses Evidenzsystem leidet jedoch, da seit Jahrzehnten die Rate von Publikationen steigt, die aufgrund versehentlicher oder absichtlicher Fehler zurückgezogen werden – von 0,4 pro 10.000 1985 auf 20/10.000 2022.1,2 Die Gründe für Rückrufe reichen von wissenschaftlichen Fehlern und Irrtümern bis zu betrügerisch manipulierten Texten oder Ab...

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Dauer der dualen Plättchenhemmung nach PCI je nach Blutungsrisiko

2021 haben wir über die MASTER-DAPT-Studie1 berichtet, die bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko nach Koronarintervention (PCI) mit Stenteinlage wegen chronischer oder akuter koronarer Herzkrankheit (KHK) eine duale Plättchenhemmung (DAPT) über vier bis sechs Wochen mit einer Ausdehnung auf mindestens sechs Monate vergleicht. Nach einem Jahr erweist sich die verkürzte Therapie hinsichtlich Blutungs- plus Gefäßereignissen und Gefäßereigniss...

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Update: i.m.-Impfungen bei antikoagulierten Patienten

Wir stehen zunehmend vor der Herausforderung von verpflichtender i.m.-Applikation von Impfstoffen (z.B. RSV) bei antikoagulierten Patienten. Gibt es zu diesem Thema neue Daten bzw. Handlungsempfehlungen?

N.N. Name etc. in a-t 2/2026 genannt

Über Impfungen bei antikoagulierten Patienten haben wir zuletzt 2013 berichtet (a-t 2013; 44: 101). An der grundsätzlichen Problematik hat sich seither nichts geändert: Intramuskuläre (i.m.) Injektionen sind unter Antiko...


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  • Das a-t heute

    Wie die Unabhängigkeit des arznei-telegramm® gesichert wird.

  • Die ersten Jahre

    Schwere Arzneimittelskandale weckten Bedarf an unabhängiger Arzneimittelinformation.

  • Der Wasserturm

    Seit 2000 arbeitet die Redaktion des arznei-telegramm® in einem alten Wasserturm

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